Rettungshundearbeit

Die ehrenamtliche Rettungshundearbeit ist das, was ich seit Anfang 2002 am intensivsten betreibe. Einsatzbezogene Rettungshundeausbildung ist nicht mit Hundesport zu vergleichen, weil es im Ernstfall um Leben geht.

Bei der Rettungshundearbeit kann der Hund sehr viele natürliche Triebe ausleben, was unseren Vierbeinern sehr entgegenkommt. Die Ausbildung zu einem zuverlässigen Rettungshund ist sehr umfangreich, abwechslungsreich und intensiv. Und das macht diese Arbeit, auch für uns Zweibeiner so interessant. Ich nenne es für mich: Das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden!

Hier ein paar kleine Infos und Impressionen aus unserer Rettungshundearbeit:

 

Flächensuche

Hier bei uns im Norden werden Rettungshunde am häufigsten in der Fläche (z. B. Wäldern) bei der Suche nach Vermissten eingesetzt. Trümmereinsätze sind in Deutschland zum Glück sehr selten.

Wir Menschen machen uns bei der Suche die sehr gute Riechleistung des Hundes zu Nutze. So kann ein Rettungshundeteam ein großes Gebiet relativ schnell absuchen. Der Rettungshund reagiert schon auf geringe menschliche Geruchspartikel und hat gelernt diese zu verfolgen. Er geht dabei keiner bestimmten Fährte hinterher, sondern durchstöbert das vorgegebene Gebiet und reagiert auf jeden menschlichen Geruch.

Die Einsatzfähigkeit eines Rettungshundes nach DIN13050 muss durch regelmäßige Prüfungen bescheinigt werden.

Fee wird in das richtige Gebiet eingewiesen und bekommt gleichzeitig ihren Suchauftrag von mir.

Enge Zusammenarbeit mit anderen Organisationen

Damit bei einem Realeinsatz möglichst alles reibungslos ablaufen kann, wird die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen geübt und optimiert.

Gemeinsame Übung mit dem THW auf der Messe "Du und Deine Welt" 2005 in Hamburg:

Fee und ich werden unter fachkundiger Leitung abgeseilt.

 

Langsame Gewöhnung an Extremsituationen:

Eine Ausbildung soll einen Hund fordern aber möglichst nicht überfordern. Gerade die Gewöhnung an Extremsituationen (wie das Abseilen aus großen Höhen) sollte in sehr kleinen und wohlüberlegten Schritten vorgenommen werden. Dies kann unter Umständen die Sicherheit des Hundes als auch des Menschen deutlich erhöhen. 

Joy wird ganz allmählich an das Abseilgeschirr gewöhnt, damit er auch in großen Höhen ruhig und gelassen bleiben kann. Hier "verliert" er in kleinen Schritten den Boden unter seinen Pfoten.

 

Öffentlichkeitsarbeit

Bei der Öffentlichkeitsarbeit, wie zum Beispiel Vorführungen kann die Arbeit und der Einsatz von Rettungshunden vorgestellt werden.

Vorführung bei "St. Wauli" auf St. Pauli 2007 

Zuschauer bekommen auf Vorführungen auch etwas zu sehen, was einfach "nur" nett und unterhaltsam ist. Hier wird Joy in unserem tollen neuen "Einsatzwagen" von einem Hund aus unserer Staffel "gefahren"  *grins*

 

Trümmerausbildung - Gewandtheit

Neben der eigentlichen Suche in den Trümmern gehört zur Trümmerausbildung die sogenannte Gewandtheit. Das langsame Begehen verschiedener Geräte und Untergründe soll eine Vorarbeit für die Trümmersuche sein. Die Gewandtheit ist neben der Suche in den Trümmern Bestandteil der Trümmerprüfung nach DIN13050.

Danka begeht sehr konzentriert die waagerechte Leiter.

 

 

Rettungshunde-Eignungstest nach DIN 13050

Der Rettungshunde-Eignungstest soll aussagen, ob ein Hund grundsätzlich für die Ausbildung als Rettungshund geeignet ist und er dann weiter als Rettungshund nach DIN13050 ausgebildet werden darf.

Der Hund darf weder gesteigert ängstlich noch aggressiv reagieren. Fast alle Teile der Prüfung werden ohne Leine abgelegt. Unter anderem werden folgende Teile bei der Eignungsprüfung gefordert: 

Verhalten gegenüber Fremdpersonen: Eine Personengruppe umschließt den Hund erst langsam dann im Laufschritt . Eine Fremdperson trägt den Hund. Eine Person fällt vor dem Hund und läuft schreiend weg - Optische Einwirkungen Hund und Hundeführer gehen durch ein von Fremdpersonen gehaltenes Tuch. Eine Verkleidete, humpelnde Person geht auf den Hund zu. Eine auf den Hund zurollende Tonne. Ein Schirm wird aufgespannt - Spiel mit einer Fremdperson - Akustische Einwirkungen: Martinshorn vom Einsatzfahrzeug, Kompressorgeräusch, Person schlägt laut gegen ein Metallfass.  - Feuer und Rauch: brennende und rauchende Fässer müssen umrundet werden - Verträglichkeit mit anderen Hunden Umrundung anderer Hunde erst mit dem Hundeführer danach mit einer fremden Person - Gewandtheit Begehen einer Bohle und von unangenehmen Material sowie kriechen durch eine Röhre - Verweistest Hund muss versteckten Hundeführer finden.

Joy besteht sie am 20.08.06 ohne Beanstandungen :0)

Trümmersuche

Zum Glück sind Trümmereinsätze hier in Deutschland sehr selten! Aber wenn mal etwas passiert, können Rettungshunde sehr effektive Arbeit leisten. Ein Rettungshund kann menschlichen Geruch auch durch dickere Trümmerschichten wahrnehmen und diesen seinem Hundeführer anzeigen. So kann die Suche nach Überlebenden erheblich erleichtert werden.

Trümmerausbildung:

Wenn man ein solches Gelände sieht, kann man sich vorstellen wieso ein Rettungshund bei der Trümmersuche immer ruhig und gelassen bleiben muss, auch wenn es mal wackelig wird: Die Verletzungsgefahr in Trümmern, gerade für ängstliche und unsichere Hunde ist ungemein höher!

Danka bei der Suche in Trümmern